In Balance bleiben – Besuch aus Frankreich 2026

An Christi Himmelfahrt 2026 besuchten uns unsere normannischen Freunde aus Biéville-Beuville. Blickt man auf die drei Tage mit gemeinsamem Austausch, Ausflügen und Aktivitäten zurück, so kann man „In Balance bleiben“ durchaus als das inoffizielle Motto des diesjähren Besuchs auffassen.

Offensichtlich „in Balance“ war das Wetter während des dreitätigen Aufenthalts: Wir hatten fast jede Wetterlage. Bei der Ankunft des Busses am Donnerstagvormittag um 10 Uhr regnete es in Strömen, nur um dann kurze Zeit später schon wieder warmem Frühlingswetter zu weichen. Anscheinend hatte das gemeinsam in der Sporthalle gesungene, vom Frauenchor Margetshöchheim angestimmte Sommerlied „Rire“ den gewünschten Effekt. Nach einer kurzen Begrüßung der beiden Vorsitzenden der Vereine und des Bürgermeisters Lukas Götz verbrachten die Gäste den Nachmittag in den jeweiligen Gastfamilien. Auch hierbei war das Wetter wieder launisch und so mussten die ein oder anderen Pläne wegen Hagelschauer kurzfristig verschoben werden.

Am Abend des ersten Tages ging es in kleiner Gruppe ebenfalls um „Balance“, nämlich darum, das Gleichgewicht der Altersverteilung wieder herzustellen. Derzeit ist der Altersdurchschnitt der Partnerschaft sowohl in Frankreich als auch in Deutschland sehr hoch, was sich zum Beispiel darin äußert, dass die Reisegruppen immer kleiner werden. Gisela Schreiber lud zu einem Arbeitstreffen im Rathaus ein, um direkt mit den französischen Aktiven sowie Bürgermeister Lukas Götz Ideen zu finden, wie die Partnerschaft nachhaltig auf stabile Füße fürs nächste Jahrzehnt gestellt werden kann.

Frühlingshaft ging es am nächsten Morgen in Volkach weiter. Bei einer Stadtführung erfuhren wir sowohl auf deutsch, als auch auf französisch Interessantes über die Gebäude und Kirchen entlang der Volkacher Hauptstraße. Zur Einkehr wechselten wir die Mainseite nach Astheim, um beim Weingut Büttner eine deftige fränkische Vesper und vier Weine zur Verkostung serviert zu bekommen. Anschließend konnte, wer wollte, noch einen kurzen Spaziergang in Richtung Quittenlehrpfad machen (und dabei seine Balance nach vier Weinen testen). Nach der Heimfahrt blieb dann noch genug Zeit, sich frisch für den Festabend zu machen.

Dieser fand außerplanmäßig in der Sporthalle der SGM statt, da in der Margarethenhalle zeitgleich das Theaterstück Margetshöchheimer Gelöbnis gespielt wurde. Als feierliches Rahmenprogramm zeigte der Jongleur Christian König sein Talent im Balance-Halten: Mit Bällen, Tischtennisschlägern und in Akrobatikfiguren. Gisela Schreiber nahm in ihrer Ansprache den Begriff „Balance“ auf und betonte die Wichtigkeit eines gesunden Gleichgewichts in diesen schnelllebigen Zeiten. Die Vorsitzende des französischen Partnerschaftskomitees, Ghislaine Diouf, sprach Grußworte des neuen Bürgermeisters von Biéville-Beuville aus, der leider nicht mitreisen konnte, und überreichte Bürgermeister Lukas Götz eine Holzplakette für sein neues, noch leeres Büro im Rathaus. Lukas Götz bekräftigte in seiner Rede die Zusage, das Partnerschaftskomitee tatkräftig zu unterstützen. Der Abend fand seinen Abschluss in einer Vorstellung der Margetshöchheimer Line-Dance-Gruppe und anschließendem gemeinsamen Line-Dance.

Am dritten und letzten Tag der gemeinsamen Zeit änderte sich das Wetter abermals: kein Regen, aber dafür mit acht Grad und Wolken eher herbstlich. Wir nutzten den Tag für eine Besichtigung des Klosters Bronnbach. Dort konnten wir dank des Wetters spüren, wie es wohl für die Mönche war, in dem kühlen Tal nachts in der Kirche zu frieren. An dieser Stelle möchten wir uns bei Frau Becker für das Dolmetschen während der Führung bedanken. Zur Stärkung um die Mittagszeit fuhren wir in die Distelhäuser Brauerei – wo es statt einer Weinverkostung die Möglichkeit gab, sich durch die verschiedenen Biere zu proBIEREN (Stichwort Balance).

Am Abend gab es dann noch die Möglichkeit, die Mittelaltermarkt im Rahmen des Margetshöchheimer Gelöbnisses zu besuchen – und als Schmankerl obendrauf eine Führung hinter die Kulissen auf Französisch von Regisseur Carsten Steuwer. Besonderes Highlight dabei war die Führung durch das Kostümlager, denn dort bereiteten sich gerade viele auch im Partnerschaftskomitee Aktive auf ihre Rolle vor, darunter Altbürgermeister Waldemar Brohm.

Doch zu lange konnte man am Abend nicht verweilen – der Bus zurück in die Normandie fuhr bereits am Sonntag früh kurz vor sieben – er musste auf der Heimfahrt noch eine weitere Gruppe Franzosen aus dem Spessart abholen. Leider war die französische Reisegruppe zu klein, sodass zum ersten Mal ein Bus von zwei Ortschaften gebucht wurde, damit sich die Fahrt rechnet. Und so wurden wir nochmal daran erinnert, die Balance zu halten: Die Tradition der Partnerschaft weiterleben, aber auch den Mut zu haben, neue Wege für die Zukunft zu gehen.